Heimtextil Blog der Messe Frankfurt

Ob Marke, Hersteller oder Käufer, eins ist zweifellos klar: Die Auswirkungen der Textilindustrie auf die Umwelt können nicht länger ignoriert werden. Auf der Heimtextil wird diese Gewissheit in dem Material Manifesto umgesetzt, das das Ziel verfolgt, im Jahr 2020 ein immersives Forum mit einem minimalen ökologischen Fußabdruck zu kreieren.

Zunehmend bezieht sich die Devise “reduce, remake or recycle” für viele Marken nicht nur auf die Produktion, sondern wird zum zentralen Ansatz ihrer Markenphilosophie. Die Kreislaufwirtschaft, auch bekannt als Zirkularität, beschreibt ein regeneratives Wirtschaftssystem, das den Einsatz von Ressourcen und die Abfallproduktion minimiert. Für Marken, die bereit sind, zu investieren, kann Kreislaufwirtschaft ein gutes Geschäft bedeuten. Der WGSN Future Consumer 2021-Bericht besagt, dass Marken, die sich für Forschung und Innovation einsetzen, schon jetzt einen Vorteil gegenüber anderen Wettbewerbern haben, wenn es um neue Käufer geht und darum, einen Fuß in die Tür des „Billionen-Dollar-Markts“ zu bekommen, den Kreislaufwirtschaft bietet.

Von der Zusammensetzung des Materials bis zur Entstehung des Endprodukts – Designer, die sich von anderen absetzen, übernehmen die Führung wenn es um Kreislaufwirtschaft und Innovation geht. Schon lange vor ihrem Active Urban-Beitrag für Heimtextil 2020 hatte sich das niederländische Design Kollektiv envisions der experimentellen Designforschung verschrieben. Zusammen mit dem belgischen Plastik Recycling-Unternehmen Eco-oh! hat sich envisions überlegt, wie Designer und Hersteller zusammenarbeiten können, um neue Materialiengemische zu produzieren. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist das Eco-oh!-Material: „Ein Stoff der aus recycelter Kunststofffolie besteht und mit Polyesterfasern verstärkt ist“.

Ein Umdenken und eine neue Idee, wie Plastik verwendet werden kann, resultierte in einem Produkt, das entfernt an den traditionellen Terrazzo erinnert, aber einen zeitgenössischen Touch hat. Durch eine solche Bereitschaft zur Innovation entsteht nicht nur großartiges Design, sie sichert auch einen kompetitiven Vorsprung, den sowohl Designer als auch Hersteller jetzt – und in Zukunft – brauchen.

Headerfoto: Envisions und ECO-oh! – recyceltes Plastik im Prozess, fotografiert von Ronald Smits.

Edda Simon

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