Heimtextil Blog der Messe Frankfurt

Bei einem Trend wie Heritage Lux sind es die feinen, strukturellen Details, die den entscheidenden Unterschied machen. Heritage Lux steht für das Üppige, das Ausschweifende, für die völlige Freiheit der Ausführung. Ein Trend, der aus historischen Bezügen schöpft, ohne dabei den Blick für zeitgenössische Designer und Künstler zu verlieren, die ähnlich überladene, aufwendige Werke erschaffen. Wie der englische Multimedia-Skulpteur Rowan Mersh, dessen großflächige, aus unzähligen Teilen bestehende Kunstobjekte einem den Atem rauben.

Placuna Pro Dilectione Mea II (Detailaufnahme)

Nach seinem Studium – BA in „Multi-Media Textiles”, postgraduales Studium in „Mixed Media Constructed Textiles“ am Royal College of Art – entschied Mersh sich konsequent für ein sehr kreatives Schaffen. In den vergangenen sechs Jahren schuf er überwiegend Kunst aus umweltfreundlich gewonnenen Muschelschalen.

Seine Vorliebe für natürliche Materialien kommt in seinem Werk Asabikeshiinh (Traumfänger) I, das in der Gallery Fumi in London ausgestellt wird, besonders gut zur Geltung. Das freistehende Objekt besteht aus etwa 5.000 Turritella-Muscheln. Von nahem betrachtet, strahlt jede einzelne Muschel eine unglaubliche Schönheit aus. Aus der Ferne fügen sich die Einzelteile zu einer illusorischen, homogenen Oberfläche aus sich wiederholenden Mustern zusammen.

Ob in seiner Asabikeshiinh-Reihe oder seinem Werk Placuna Pro Dilectione Mea, bei dem Capiz-Muscheln einen ähnlichen Effekt erzeugen: Mersh bürstet, schleift und poliert jede einzelne Muschel und fügt sie von Hand zu einem Meisterwerk zusammen. Wie der Künstler Bart Hess hat er die besondere Gabe, alltägliche Objekte in Kunstwerke zu verwandeln.

Das Headerfoto zeigt eine Detailaufnahme von Asabikeshiinh (Traumfänger) I. Die Fotorechte liegen bei Rowan Mersh.

Laura Schönhardt

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