Auf der Couch

Uwe Linke

Uwe Linke

Ansichten des Wohnpsychologen Uwe Linke über Stoffe, Räume und Gefühle
„So wie man von einer Einrichtung klar auf den Charakter schließen kann, so kann man auch umgekehrt eine Einrichtung für einen Charakter schaffen“, erklärt der Wohnpsychologe. Der gelernte Modedesigner und Sohn einer Innenarchitektin war mit einem eigenen Einrichtungshaus über viele Jahre erfolgreich, ließ sich parallel dazu zum Coach und Prozessberater ausbilden. Inzwischen nutzt er seine speziellen Kenntnisse über Stoffe, Innendesign sowie das Erleben und Verhalten seiner Mitmenschen, um Einrichtungskonzepte auf die wahren Bedürfnisse von Einzelpersonen oder sogar ganzen Zielgruppen auszurichten. Seit Erscheinen seines Buches „Die Psychologie des Wohnens“ erhält Linke viele Anfragen von Einrichtern sowie professionellen Gestaltern. Für sie oder mit ihnen zusammen kreiert er Farb-, Licht-, Textil- und Gestaltungskonzepte. „Dabei haben gerade Textilien eine große Wirkung auf Menschen und Räume“, sagt Linke und erklärt: „Psychologie gibt es in der Tat auch, wenn es nur um Textilien geht. Mit glatten, synthetischen oder doch eher flauschigen Materialien trifft man beispielsweise eine Aussage über Nahbarkeit. Cool kann sehr schick sein, aber in unseren Lebensräumen werden wir von Werten wie Geborgenheit und Vertrauen emotional gehalten. Diese Werte verkörpern Textilien mehr als jeder andere Gestaltungsschachzug.“

 

"Die Psychologie des Wohnens"

"Die Psychologie des Wohnens"

Anders als im Privatbereich dreht sich das Geschehen an Orten wie Hotels, Restaurants und Shops jedoch um ganze Personengruppen. Die Herangehensweise ist daher eine andere. Die Fragen, die ganz am Anfang stehen, lauten hier: „Welche Kunden soll das Konzept erreichen? Welches sind die Bedürfnisse der Zielgruppe? Was ist die Vision hinter dem Projekt?“
„Dabei spielt immer wieder auch die menschliche Komponente eine große Rolle“, sagt Linke. Authentizität ist hier ein wichtiges Stichwort. Trends hingegen spielen eine eher untergeordnete Rolle. „Wohnpsychologie richtet sich nicht nach Trends“, erklärt Linke. Er ist der Meinung, dass man Trends natürlich folgen darf, dass es jedoch besser wäre, seine Marke zu einem Trend mit einem eindeutigen Gesicht zu machen.
Entscheidend bei jedem Projekt – ob Hotel, Restaurant oder Shop – ist in jedem Fall die Ganzheitlichkeit. Daher trainiert Linke auch Menschen in Auftreten und Verhalten und erläutert: „Die Gestaltung macht maximal ein Drittel der Attraktivität einer Location aus, unabhängig von der Branche. Gestaltung und Design ist ein Einstieg, ein Türöffner. Die Inhalte müssen folgen.“ Weitere Informationen zum Thema auf www.wohnpsychologie.com

 

Bildquellen:
Bild 1 und 2 © Uwe Linke

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