Blog der Heimtextil

In den selbstfahrenden Autos der Zukunft haben Fahrerinnen und Fahrer mehr Zeit für andere Aktivitäten als Lenken, Gas geben und Bremsen. Garnhersteller Trevira zeigte auf der Heimtextil, warum eine moderne Mobilität auch von der Heimtextilbranche mitgeprägt werden kann.

Mitte Januar hielt VW-Konzernchef Herbert Diess auf dem „Global Board Meeting Berlin 2020“ eine Brandrede. Diess sprach vor rund 120 Top-Entscheidern des weltgrößten Autoherstellers von einer „Zeitenwende“ und einem „Radikalumbau des Konzerns“. Dabei ging es auch um künftige Formen der Mobilität: „Wir verbringen im Automobil der Zukunft mehr Zeit als heute, vielleicht zwei Stunden statt einer. Deshalb wird es nicht zur grauen Büchse, sondern noch viel komfortabler, wohnlicher“, so der VW-Chef.

Zukunftsweisende Textilien in Szene gesetzt
Wie eine solche wohnliche Lösung aussehen könnte, führte die Präsentation des Markenfaserherstellers Trevira eindrucksvoll vor Augen. Das Unternehmen, dessen schwer entflammbare Polyesterfasern und -filamente in Vorhängen, Gardinen oder Möbelstoffen stecken, hatte den Produktdesigner Werner Aisslinger damit betraut, die Trevira-Textilien als zukunftsweisende Anwendungsfälle in Szene zu setzen.

Produktdesigner Werner Aisslinger (links im Bild) erklärt während der Heimtextil am Messestand von Trevira seine Sonderschau zu textilen Interieurs der Zukunft.

„Die Resonanz war überwältigend“, resümiert Anke Vollenbröker, Marketingleiterin bei Trevira. Man habe mit der Sonderschau „Textile Future by Trevira CS“ zeigen wollen, welche Rolle Textilien in den Interieurs der Zukunft spielen können. „Sie müssen in vielen Bereichen schwer entflammbar sein, ja, aber was müssen sie noch mitbringen, um das Reisen und Wohnen, um Arbeit und Aufenthalt in öffentlichen Räumen angenehm zu gestalten?“, skizziert Vollenbröker die Ausgangsfrage der Sonderschau.

Entspannt zur Arbeit: Laut Designer Aisslinger muss auch der Öffentliche Nahverkehr unter Interieur-Aspekten neu gedacht werden, um ihn zur attraktiven und letztlich besseren Alternative für die Fortbewegung im Stadtgebiet zu machen.

Wohnen wird mobiler
Designer Aisslinger entwarf auf dieser Basis Interieurs für Bereiche wie Öffentlicher Nahverkehr, Arbeitswelt, Hotel- und Gesundheitswesen. Seine Vorstellung von der Zukunft des Individualverkehrs in Zeiten selbstfahrender Fahrzeuge verdeutlichte er mit einem goldgelben Concept-Car (siehe Headerfoto). „Befreit von der Verantwortung, sich und die Mitfahrer sicher durch den Verkehr zu bringen, wird aus Fahrzeit Freizeit“, erläutert Aisslinger. Man werde das Auto eigentlich bewohnen, es als mobilen Raum für alle möglichen Aktivitäten nutzen. „Das Interieur wird sich ändern und der analoge Raum als Möglichkeit sinnlicher Erfahrung neu entdeckt.“

Fotoquelle: Trevira

Ronny Eckert

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