Bettwäsche: Die Nuancen des Klassischen

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Traum in weiß: Bettwäsche von Christian Fischbacher

Während es heute viele Produktbereiche gibt, die sich rasend schnell weiterentwickeln und immer neue Möglichkeiten eröffnen – Elektronik und Computertechnologie zum Beispiel – gibt es andere, die man als weitgehend ausgereift betrachten darf. Das Bett, die Bettwäsche, die Bettdecke. Vielleicht wird es in hundert Jahren Innovationen geben, die wir uns noch gar nicht vorstellen können. Aber im Hier und Jetzt ist das Produkt Bett und sein Drumherum eine ausgefeilte Angelegenheit, die maximalen Komfort ermöglicht. Ist so eine Aussage im Kontext einer Fachmesse, auf der Neues präsentiert werden soll, provokativ? Mag sein. Kommt auf den Blickwinkel an. Die Frage, die sich stellt, lautet: Ist das schlimm?

Ich wage zu behaupten: Nein, ganz und gar nicht. Denn wer nicht andauernd getrieben ist, das Rad neu zu erfinden, hat Zeit um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auf die Verbesserung der Produktqualität; auf nachhaltige Herstellungsprozesse; auf die Verfeinerung von teils seit Jahrhunderten etablierten Materialien und auf Design-Aspekte. Auf die Individualität seiner Produkte, die die Individualität des Kunden ergänzen können. Die kleinen Details sind es heute, mit denen Produkte sich abheben, mit denen sie glänzen.

Auf der Heimtextil bietet sich genau das in einer interessanten und Generationen übergreifenden Melange dar. Etablierte Unternehmen wie Christian Fischbacher aus St. Gallen sind ebenso vertreten wie Startups im Messeprogramm „New & Next“ – beispielsweise LaNui aus Hamburg. Die jungen Designer um Henrike Reinecke zeigen ihr Oeuvre aus bestickter Baumwoll-Bettwäsche. Ein Konzept, das bewusst nicht neu ist, sondern eher nostalgisch wirkt, dabei aber auf die Kombination von klassisch-hochwertigem Material und modernen, eleganten Designs setzt. Und auf Understatement: Die gestickten Elemente sind unaufdringlich und zeitlos.

Zeitlos und mit verspielter Leichtigkeit kommen auch die Kollektionen von Christian Fischbacher daher. Klassische Farben wie Türkis ergänzen sich mit Streifen oder floralen Verzierungen, die laut Hersteller „ein Revival“ erleben – und warum auch nicht? Das ist zwar nicht neu, aber es ist gut, es erschließt neue Generationen: „Die Linie CF by Christian Fischbacher wurde für eine neue Generation von Kunden entworfen, für die schöne Produkte Hand in Hand mit einem entspannten Lebensstil gehen. Für ein Zuhause, in dem gelebt wird.“ Gelebt und erlebt werden wollen diese Produkte, sie sollen sich gut anfühlen, sollen die Sinne und die Emotionen ansprechen.

Und dabei dürfen gerne auch neue Herstellungstechniken zum Einsatz kommen, die sich sowohl optisch als auch haptisch auswirken: Der Digitaldruck, zum Beispiel, ist bei Textilien noch recht jung, und auch wenn das erstmal wenig spektakulär klingt, sieht man doch die Unterschiede zu anderen Druckvarianten oder Auf- und Eingewebtem. Es ist die Freude am Experiment, das Spiel mit Material, Farbe, Form, Idee, die dafür sorgen, dass textile Gestaltung nicht langweilig wird und weiterhin zu inspirieren weiß.

Gerrit Wustmann
www.schlafkampagne.de

Ein Kommentar
  1. Laura sagt:

    Die Bettwäsche von LaNui finde ich besonders schön – allerdings sieht es so aus, als würde das Unternehmen nicht in die Schweiz liefern. Kennen Sie da vielleicht einen alternativen Shop?

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