„Conceptual Living“: Heimtextil Management Report 2014 analysiert Neukonzeption des Wohnens

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Individualität bestimmt immer mehr den eigenen Wohnraum. Copyright: Michalsky Holding GmbH

„Der Trend zum Conceptual Living ist überall zu spüren. Er hängt ganz klar mit unseren neuen Lebensformen zusammen.“ Dieses Zitat von der deutschen Innenarchitektin Corinna Kretschmar-Joehnk verdeutlicht einen aktuellen Trend im Interior Design. Conceptual Living heißt in diesem Sinne: Menschen konzipieren ihre Wohnumgebung immer stärker entlang ihrer Lebensphasen, Bedürfnissen und Einstellungen. Diesen Trend und seine Konsequenzen für die Textilindustrie analysiert der Heimtextil Management Report 2014, der heute erschienen ist. Erneut hat die Heimtextil dafür mit dem Zukunftsinstitut zusammengearbeitet, einem führenden Think-Tank der europäischen Trend- und Zukunftsforschung. Alle Einschätzungen und Ergebnisse der befragten Länder (Deutschland, Italien und Russland) fasst die Studie in drei zentrale Innovationsfelder zusammen: Reconfiguration, Simplexity und Instant Privacy.

Reconfiguration: Wunsch nach Wandelbarkeit und Veränderung

Das Leben in der Multioptions- und Mobilitätsgesellschaft führt dazu, dass die Einrichtung immer öfter dem individuellen Lebensstil angepasst wird. Dadurch lösen flexible Zonen starre Raummuster ab. Beispielsweise werden Wohnzimmer tagsüber als Arbeits- oder Empfangszimmer genutzt. In dem Maße, wie der Trend zum „Conceptual Living“ die gewohnte Einrichtungs- und Raumkultur verändert, wird sich das Wohnen der Zukunft dem ständigen Wunsch nach Veränderung und Flexibilität anpassen.

Rekonfiguration als Schlüsselprinzip des „Conceptual Living“ bedeutet damit, die eigene Einrichtungswelt in immer kürzeren Zyklen wieder umbauen zu können. Das zukünftige Wohndesign orientiert sich an schnelllebigen Bedürfnissen und weniger an Generationen überdauernden Statusobjekten. Einrichtungstextilien schaffen dafür künftig immer flexiblere Räumlichkeit, Funktionalität und Identität. Zum Beispiel sind über 70 Prozent der Deutschen und Italiener sowie 65 Prozent der Russen überzeugt, dass Räume mit ihrer Hilfe im Handumdrehen anders wirken können.

Simplexity: Einfachheit nach dem Plug-and-Play-Prinzip

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Simplexity pur. Copyright: Brzostek

Die Rekonfiguration der Wohnwelten setzt voraus, dass Einrichtungsgegenstände einfach, intuitiv und schnell zu bedienen und kombinieren sind, ohne dabei auf Qualität und Schönheit der Objekte zu verzichten. Die Einrichtung wird also zunehmend als „technisches System“ verstanden, das für den Kunden Einfachheit in der Anwendung und intelligentes Funktionieren erlaubt. Simplexity ermöglicht in der Architektur und im Interior Design somit Spielräume, anstatt Räume zu definieren.

Rund 50 Prozent der deutschen sowie etwa 70 Prozent der italienischen und russischen Befragten wünschen sich, dass sie Wohnräume flexibler umgestalten können. Doch wie lässt sich dies bei der textilen Wohneinrichtung erreichen? Eine Lösung ist das Plug-and-Play-Prinzip, sodass sich beispielsweise Polsterbezüge schnell austauschen lassen. Dieses Prinzip ermöglicht es auch, den heutzutage engen Wohnraum maximal zu nutzen.

Instant Privacy: Im fremden Heim zuhause

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Voll eingerichtete Appartments ganz individuell gestaltet. Copyright: Airbnb

Als drittes Innovationsfeld erleben Architektur und Interior Design derzeit eine Abkehr von der klassischen Hoteleinrichtung. So ergab der Management Report, dass sich zum Beispiel nur 23 Prozent der deutschen Kunden in Hotels schnell heimisch fühlen. Als Alternative für kurze oder längere Reisen haben sich private Mietwohnungen etabliert. Grund ist der Trend hin zur Instant Privacy: Menschen suchen im Fremdwohnen nach schneller heimischer Geborgenheit, aber auch nach Inspiration für das eigene Zuhause.

Instant Privacy als Treiber des Conceptual Living erfordert als Konsequenz eine neue Art des Mood Managements durch ganzheitliches Design. Textilien spielen dabei eine immer größere Rolle. Mit Textilien können Objektausstatter zum Beispiel Hotelzimmer individueller und „privater“ einrichten und so eine Wohlfühlatmosphäre erschaffen. Folglich werden sich die Losgrößen verringern, gleichzeitig steigt die Vielfalt der Bestellungen.

Fazit: Das persönliche Collagieren wird wichtiger

Heimtextil Management Report

Der Heimtextil Management Report 2014 ist jetzt verfügbar.

Mehr denn je wird es darum gehen, individuelle Wohnwünsche zu antizipieren und Wohlfühlwelten zu schaffen, die den Lebensstilen und Anforderungen unterschiedlichster Zielgruppen gerecht werden. Einrichtungstextilien verleihen den eigenen vier Wänden schnell und einfach diese gewünschte Individualität. Sie sind, so zeigt es der Management Report, ein Schlüsselelement für die Neuordnung des Wohnens.

Den Heimtextil Management Report finden Sie auf heimtextil.messefrankfurt.com

 

Marc Chalupsky

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