Das Auge isst mit: Spannende textile Innenansichten in der neuen Spiegel-Kantine

Das SPIEGEL-Haus an der Ericusspitze

Im vergangenen Herbst hat die SPIEGEL-Gruppe ihr neues Verlagsgebäude in der Hamburger Hafencity bezogen. Den eindrucksvollen Bau an der Ericusspitze, der vom Wasser der Elbe umspült wird, hat der dänische Architekt Henning Larsen entworfen. Die Stuttgarter Ippolito Fleitz Group wurde beauftragt, eine neue Mitarbeiterkantine für das Haus zu gestalten. Im Bezug auf das textile Interieur offenbaren sich in der neuen Kantine spannende Innenansichten.

Die neue Spiegel-Kantine

Im haushohen Atrium fällt der Blick auf  helle Wände und Böden aus Crema Marfil. Von oben kommt aus 60 Metern Höhe Tageslicht durch ein imposantes Dachfenster herein. Versetzte, scheinbar zufällig angeordnete Brücken und Treppen verbinden die den Büros vorgelagerten Galerien. Panoramaaufzüge fahren bis in das 13. Stockwerk hinauf. Zu ebener Erde bilden fünf Teppiche graue Inseln, die mit weißen Tischen und roten Egg-Chairs des dänischen Designers Arne Jacobsen bestückt sind. Beim Eintritt in das Mitarbeiterrestaurant wechselt der Untergrund. Das Team der Stuttgarter Ippolito Fleitz Group ließ hier einen weißen Terrazzoboden gießen, dem schwarze Linien Struktur verleihen.

Die legendäre Spiegel-Kantine im alten Gebäude von Verner Panton

Fließendes Raumkonzept
Die legendäre Spiegel-Kantine im alten Gebäude war eine Arbeit von Verner Panton, auf die sich das aktuelle Gesamtkonzept bezieht – durch Interpretation, nicht durch Wiederholung. Gunter Fleitz, Geschäftsführer der Ippolito Fleitz Group, sagt: „Das Gesamtkonzept ist eines, das sehr stark mit dem Raum umgeht, wie wir ihn vorgefunden haben: Wir haben hier einen polygonalen Raum. Unser Ansatz für die Innenarchitektur war, einen fließenden Raum zu gestalten.“
Basis ist der Boden, der Licht in die Tiefe des Raumes hineinbringt. Eine wellenförmige Holzwand nimmt den Wänden die Massivität, wirkt fast wie ein textiler Vorhang. Für eine angenehme Akustik sorgen Tausende von perforierten, Licht reflektierenden Aluminiumtellern an der Decke.

Die Snackbar im SPIEGEL-Haus

Panton-Welt bleibt erhalten
Die Snackbar im fünften Stock ist ein Relikt aus alten Zeiten. Projektkoordinatorin Julide Kurtulus hat das aus dem Jahr 1969 stammende Design von Panton für das neue Haus umgestaltet – unter strengen Auflagen der Denkmalschutzbehörde. Mit rund 115 quadratischen Panton-Lampen hat die Innenarchitektin die neun Meter hohe Wand, die sich der Stadt zuwendet, imposant verziert. Kronleuchter, Stühle, Tische, lila Stoffprismen und der rot-orange gemusterte Teppich haben eine neue Heimat gefunden. Hinzugekommen sind ein paar Sessel: „Das sind auch Möbel, die Verner Panton entworfen hat. Wir sind auch da in der Panton-Welt geblieben“, erklärt Kurtulus.“ Doch die Panton-Welt hört an dieser Stelle nicht auf. Auch eine textile Wand in Konferenzraum Nummer Vier erinnert an den dänischen Designer.

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