Destination Frankfurt #2

25hours Frankfurt The Goldman

Das 25hours Hotel Frankfurt The Goldman setzt bunte Akzente fern ab von uniformen Hotelwelten. Zwei Gebäudeteile und Hotelzimmer wie sie unterschiedlicher nicht sein können, erwarten den Gast im Frankfurter Ostend – nicht weit von der neuen Europäischen Zentralbank. Wir wollten mehr über das kreative Konzept dieses außergewöhnlichen Hotels wissen und sprachen mit Interior Designer Michael Dreher.

Das Hotel schreibt „…nicht von der Stange, sondern für jeden Standort maßgeschneidert.“ Was genau verbirgt sich hinter diesem Konzept – für Frankfurt? Wie erlebt der Gast die Stadt durch das Hotel?
Die Stadt wird im Form von Paten repräsentiert, die eine gewisse Rolle in Frankfurt spielen. Wir nutzen hier nicht die ganz großen Namen, wie etwa Joschka Fischer. Aber wir agieren mit Menschen, die genauso wichtig für Frankfurt sind oder waren. Hierdurch wird dem Gast ein Bild der Stadt vermittelt, das er so nicht erwartet. Es geht weit über Hochhaus- und Appelwoi-Seeligkeit hinaus.

Was ist die Idee vom 25hours Frankfurt The Goldman in Sachen „Individualisierung“. Wie wird das konkret in 97 Zimmern umgesetzt?
Die Individualisierung bezieht sich auf die Geschichten der jeweiligen Paten. Diese spiegeln sich in Leuchten, Tapeten, Bildern und Vorhängen.

Welches Farbkonzept liegt hier zugrunde?
In der Summe der Geschichten unserer Paten gab es natürlich eine Häufung zum Thema Liebe. In der Folge wurden all diese Geschichten in der Roten Etage verortet. Schließlich ergaben sich passende Farben zu ähnlichen Geschichten. Am besten, die Gäste entdecken selbst und vor Ort welche Farbe welches Überthema darstellt.

Wie modisch kann und möchte ein Hotel sein?
Natürlich möchte ein Hotel modisch sein, darf es aber nicht! Ein Hotel muss reifen. Es muss als junge Dame auf die Strasse treten und sich langsam zu einer Grande Dame entwickeln. Das ist der Weg! Alle anderen, die sich von der Seite ansprechen lassen, sind gefallene Mädchen.

Gibt es „zweckgebundene“ Grenzen, wo das Interior-Design der Funktionalität im Hotelablauf vielleicht weichen muss?
Ganz klar! „Ein Stuhl ist ein Stuhl ist ein Stuhl.“ Frei nach Gertrude Stein

Welche Rolle spielen Gardinen, Teppiche, Deko-Kissen oder -Stoffe dabei?
Eine Hauptrolle! Sind Sie es doch, die den Raum zum Erlebnis machen. Hier gebe ich dem Gast Oberflächen, die ihn einen gewissen Cocooning-Effekt spüren lassen. „Du bist fremd in dieser Stadt, aber ich beschütze Dich!“ Damit kann ich gleichzeitig durch Farbe und Material das Gewohnte und Vertraute in eine neue Richtung lenken.

Beschreiben Sie bitte den Stil des Hauses in drei Sätzen.
Das 25hours The Goldman ist nett zu Menschen. Es ist manchmal sehr eigen und widersprüchlich. Nach 10 Jahren ist das Haus selbstbewusst geworden.

Was muss noch gesagt werden?
Come as you are!

Kerstin Böhning

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