Freundlich, hell und einladend

Kontraste zwischen Materialien und Farben im Raum der Stille

Kontraste zwischen Materialien und Farben im Raum der Stille

Architekten bauen Schulen

Ein Schülerleben ist lang. Zwischen Zuckertüte und Schulabschluss liegen bis zu 13 Jahren. Eine Zeit, die viele Schüler hinter langweiligen Fassaden in Einheitsbauten verbringen. Schöner wäre es, wenn sie sich beim Lernen wohl fühlen könnten. „Eine Schule ist mehr als ein Raumsystem für Unterrichtseinheiten“, meint daher Almut Ernst, Architektin und Partnerin bei Grüntuch Ernst Architekten BDA. „Sie ist wichtiger Teil des Lebensumfeldes der Schüler und prägt ihr Verständnis der gebauten und natürlichen Umwelt durch vielfältige Erfahrungen.“

Natursteinsockel und grüne lichtdurchlässige Glasfassade

Natursteinsockel und grüne lichtdurchlässige Glasfassade

Dieses Verständnis spiegelt sich in dem Bau einer Grundschule in Berlin-Lichtenrade wider. Das Team um Ernst gestaltete hier einen Neubau, der eine Mensa und zehn Klassenräume umfasst. Hinweise auf Bruno H. Bürgel, Hobbyastronom und Namensgeber der Schule, finden sich in der Verkleidung der Außenfassade wieder. Die farbigen Aluminiumbleche sind perforiert, die verschieden großen Löcher stellen das Planetensystem dar. Dazu innen: große runde Deckenleuchten.

Natursteinsockel und grüne lichtdurchlässige Glasfassade.
Das Thema Astronomie findet sich noch einmal im Foyer in einer hinterleuchteten Kunst-Installation von Folke Hanfeld. Im Ganzen zeichnet sich der Bau durch luftige Offenheit, viel Glas, strukturierten Einsatz von Farbe und geometrische Klarheit aus. „Der Bau ist attraktiv, schön und außergewöhnlich. Er ist durch das Oberlicht hell und einladend und das sollte ein Schulbau auch sein“, so die Rektorin Ingrid Lienke.

Im Essener Stadtteil Werden befindet sich das bischöfliche Mariengymnasium, eine Mädchenschule in einem schlichten Gebäudekubus. Der Neubau sollte architektonisch sensibel in die städtebauliche Gesamtsituation eingefügt werden. Hierzu gehört eine Basilika. Die Farbtöne sandstein und kupfergrün waren ihre Vorgaben.

Die Aula: Optische Abgrenzungen durch Treppenstufen und Mehrfachnutzung möglich

Die Aula: Optische Abgrenzungen durch Treppenstufen und Mehrfachnutzung möglich

Diese wurden am Neubau in Form von Natursteinsockel und grüner lichtdurchlässiger Glasfassade der darüber liegenden Geschosse umgesetzt.

„Wichtig sind in Bezug auf Schulprojekte generell auch Nachhaltigkeit und Robustheit“, so Günter Helten von Hahn Helten + Assoziierte Architekten GmbH. „Ein Material, das wir daher eingesetzt haben, ist Sichtbeton.“

Die Aula: Optische Abgrenzungen durch Treppenstufen und Mehrfachnutzung möglich
Der steht in Kontrast zu den Naturholzfußböden, die in den Sonderräumen wie der Bibliothek und im Raum der Stille eingesetzt wurden. In den oberen Geschossen gehen die Schülerinnen über freundliches gelbes Linoleum. Durch das gesamte Gebäude ziehen sich klare Linien. Es ist hell, luftig und wirkt fast ein wenig lässig. Das Aachener Architektenteam erhielt hierfür den Schulbaupreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2008. Eine Unterrichtsstunde ist jedoch auch in diesen beiden Schulen 45 Minuten lang.

Bildquellen:
Bild 1, 2 und 3 © Bild: Architekturbüro Hahn Helten + Assoziierte Architekten GmbH, Fotograf: Jörg Hempel

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