GfK-Studie: 3,7% Textilien mit Öko-Label

v

Zertifizierte Textilien im Areal „Be inspired“ auf der Heimtextil 2013

Der Umsatzanteil von Textilien mit Öko-Label am Gesamtmarkt in Deutschland liegt im Jahr 2012 bei 3,7%. Das ist das Ergebnis einer regelmäßigen Befragung von GfK in Nürnberg. Während die GfK für den Textil-Gesamtmarkt in den Monaten Januar bis März 2013 einen Umsatzrückgang von über 4% vermeldet, konnten Textilien mit Öko-Label im Vergleich zum 1. Quartal 2012 ihren Anteil konstant halten. Das hat Petra Dillemuth von der GfK auf dem Sustainability Fashion Day der Fachzeitschrift Textilmitteilung in Düsseldorf bekannt geben.

Verglichen mit dem Lebensmittelmarkt als Vorreiter ist der Umsatzanteil von 3,7% für das noch recht junge Segment der Grünen Mode nicht unbeträchtlich, wenngleich klar ist, dass es sich bei Textilien mit Öko-Label weiterhin um einen Nischenmarkt handelt. Knapp einem Viertel der Verbraucher sind Aspekte der Umwelt- & Sozialverträglichkeit beim Kauf von Bekleidung und Schuhen wichtig. Bei Lebensmitteln ist es knapp die Hälfte.

Für die Erhebung befragt die GfK monatlich rund 17.000 Konsumenten zu ihren Textilkäufen. Bei der Auswertung werden alle Zertifizierungen und Labels mit einbezogen, die der Verbraucher als Öko-Label bezeichnet. Bei dem Label-Dschungel in Deutschland ist der Begriff „Textilien mit Öko-Label“ also recht weit gefasst.

Die beliebtesten Produkte unter den Öko-Textilien sind weniger Mode, sondern vor allem Haus- (25%) und Heimtextilien (20%) sowie Strumpfwaren (19%) und Wäsche (16%). Da diese Warengruppen zu einem großen Anteil in SB-Warenhäusern und Supermärkten gekauft werden, erklärt sich auch, warum dort der Anteil an Produkten mit Öko-Label überdurchschnittlich hoch ist.

Als Fazit kommt Petra Dillemuth zu dem Schluss, dass sich der Anteil von Öko-Textilien mittelfristig nicht deutlich erhöhen wird. Der Markt teilt sich auf in preis- und qualitätsbewusste Verbraucher. Dies gilt, auch wenn das Qualitätsbewusstsein der Kunden in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen hat (2003: 41%; 2012: 58%). Der Anspruch und das tatsächliche Kaufverhalten klaffen noch stark auseinander.

Jana Kern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*