Glanzstunden für das Fenster

Revival von grafischen Dessins

Skandinavische Mode gilt als wegweisend und jetzt wird skandinavisches Design auch für das textile Interieur wieder entdeckt. Charakteristisch sind großformatige grafische und klar konturierte botanische Dekore mit einer kühnen, selbstbewussten Handschrift, wie sie auf der Heimtextil insbesondere bei Gardinenstoffen zu sehen waren.

Nachdem Wohnstoffe lange im Blumenmeer badeten, feiern nun grafische und geometrische Dessins ein furioses Revival – im minimalistischen Stil mit geradlinigen Gitter-Mustern, gestrichelten oder mäandernden Linien, zarten Spiralen und Punkten, Kreisen und Kugeln in unterschiedlichsten Interpretationen.

Ebenfalls waren auf der Heimtextil zu sehen: Dreiecke und Zickzack im handwerklich anmutenden Stencil-Look. Dieser Trend strahlt bis zu Blüten- und Blattmotiven aus, die oft stark abstrahiert und stilisiert dargestellt werden, manchmal reduziert bis auf eine luftig-leichte Kontur. (Quer-)Streifen geben sich höchst dekorativ im fantasievollen Mustermix, der auch verschiedene Techniken wie Jacquard, Crash, Cloqué und Chenille vereinen kann.

Eine große Rolle spielen belebte Oberflächen. Durch den Einsatz von Schrumpfgarnen entstehen Cloqué-Effekte und Borkenstrukturen. Scherlis mit Fransenkanten und flottierende Fäden gehen ebenfalls in die dritte Dimension. Allgegenwärtig sind Farbverläufe als Ombrés und Dégradés, Kettdruck und Chinés werden gekonnt simuliert. Changeant-Stoffe schimmern doppeldeutig durch verschiedenfarbige Garne. Glanz zieht sich durch alle Kollektionen – als feine Goldkontur an den Kanten, glitzernder Lurexfaden, metallischer Schimmer oder partieller Druck, wobei sich Silber und Titan zu Gold und Kupfer gesellen.

Claudia Weidt

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