Green Forum des IVN: Ethik in der Textilwirtschaft

Solaranlage auf dem Frankfurter Messegelände

Solaranlage auf dem Frankfurter Messegelände

Als Ex-Bundespräsident Christian Wulff moralische Verfehlungen unlängst das Amt kosteten, wurde deutlich, dass in dieser Position strengere Maßstäbe angelegt werden, als dies wohl bei Otto-Normal-Verbrauchern der Fall wäre. Ähnlich dürfte es sich bei Unternehmen verhalten, die sich mit ihrem Business der Eco- und/oder Fair-Fashion verschrieben haben – hier lässt sich Glaubwürdigkeit vermeintlich besonders schnell verspielen. Nach dem Motto „vorbeugen ist besser als heilen“ stand das diesjährige Green Forum des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN), das am 22. Mai 2012 in Düsseldorf stattfand, unter dem Titel „Ethik in der Textilwirtschaft“. Auch die Messe Frankfurt steuerte einen Beitrag bei.

Olaf Schmidt, Vice-President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt zeigte Beispiele für das nachhaltige Engagement der Messe Frankfurt auf und skizzierte strategische Überlegungen im Bereich Modemessen. „Nachhaltigkeit ist für die Messe Frankfurt zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmenspolitik. Effizienter Ressourceneinsatz steht dabei im Fokus der ökologischen CSR-Initiativen“, erklärte Schmidt. Insbesondere ein beispielhaftes Energie- und Wertstoffmanagement zählt zum nachhaltigen Wirtschaften des zweitgrößten Messeunternehmens der Welt. Als erster Messeveranstalter greifen die Frankfurter auf ihren weltweiten Textilveranstaltungen, wie etwa der Heimtextil, grüne Themen auf – konsequent, systematisch und mit Unterstützung von internationalen Partnern. Mit der Ethical Fashion Show und dem GREENshowroom unterstützt das Unternehmen die nachhaltige Produktion in der Modeindustrie und bietet grünen Fashion-Labels eine eigene Plattform.

Das Thema „Ethik in der Textilwirtschaft“ gewann durch sieben weitere Vorträge an Kontur, zum Beispiel durch den Schnelltest, den Dr. Daniel Dietzfelbinger vom Institut Persönlichkeit + Ethik vorstellte. Anhand von drei Fragen könne man abwägen, ob eine Entscheidung ethisch vertretbar ist oder nicht: „Erstens: Kann ich danach noch in den Spiegel schauen? Zweitens: Kann ich damit vor meinen Chef / meine Chefin treten? Und drittens, die wohl wichtigste Frage: Kann ich die Entscheidung vor der Öffentlichkeit vertreten?“ Dietmar Kokott vom Wittenberg Zentrum für globale Ethik berichtete vom „Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“, einer Selbstverpflichtungserklärung, die bereits zahlreiche Top-Manager und Unternehmer unterzeichnet haben (einzusehen unter www.verantwortlich-handeln.com). Weitere theoretische Grundlagen vermittelten Hubert Kögler, Partner der Amphion Unternehmensberatung, Dr. Mark Starmanns vom Geographischen Institut der Uni Zürich bzw. dem Netzwerk Faire Mode, Christoph Harrach von Karmakonsum und Dr. Michael Hartmann von der Evangelischen Akademie zu Berlin. Felix Rauer von der Otto Group steuerte anschließend konkrete Praxis-Erfahrungen bei. Fredericke Winkler von Beyond Berlin moderierte die Veranstaltung.

Weitere Informationen zum Green Forum des IVN unter www.green-forum.de.

Ein Kommentar
  1. Market Research Information sagt:

    Textile industry is rapidly growing industry in the global market.New innovative ideas brought great revolution in this industry..This blog focused on important topic that is ethics in textile industry..Thanks for the informative post

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