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Bei Ihrer Anreise nach Frankfurt haben Sie die Felder vielleicht schon mal aus dem Zugfenster gesehen. Zwischen Frankfurt-Sachsenhausen und -Oberrad wachsen sieben Kräuter, die mit weiteren Zutaten zur Grünen Soße werden, einer von vielen Frankfurter Spezialitäten.

Hinter dem Ackerland ragt der neue Henninger Turm auf und rechter Hand die EZB mit dem aufstrebenden Stadteil Ostend. Überall finden sich Restaurants, die das Zeug zum Lieblingslokal haben. Ihre Küche ist regional, kreativ und unwiderstehlich. Beste Aussichten bietet das Restaurant Franziska im neu aufgebauten Henninger Turm, in seiner Originalfassung eines der beliebtesten Frankfurter Wahrzeichen. „Progressive German Vintage Cuisine“ nennen die Macher ihr Konzept mit aufgemöbeltem Frankfurter Kranz und anderen Klassikern. Mit seinen 360-Grad-Panoramafenstern bietet es einen spektakulären Blick auf die Frankfurter Skyline und den nötigen Hauch von Glam, den zum Beispiel auch schon der Cast von „Skylines“ für die Premiere der Netflix-Serie zu schätzen wusste.

Lindley Lindenberg im Ostend Frankfurts


Das Lindley Lindenberg im Ostend will weder Hotel noch WG sein, aber das Beste von beidem vereinen – Dachterrasse, Kräuterraum, gute Stube und mehrere Gemeinschaftsküchen inklusive. Ähnlich behaglich-schick geht es auch im Erdgeschoss zu, wo mit dem Leuchtendroter die selbsternannte „verruchte kleine Schwester“ des Sternelokals Seven Swans radikal regionale, weil selbst gezogene, ausschließlich vegetarische Leckereien kredenzt.

Apropos Schwesterlokal: Wo ist der erste Ableger – außerhalb Berlins – des berühmt-berüchtigten Grill Royal, das Le Petit Royal, hingezogen? Nach Frankfurt natürlich, ins hiesige Bahnhofsviertel, wo es nicht nur die Hausgäste des Ameron Boutiquehotels begeistert. Mit seiner entspannten Mid Century-Eleganz und der unkomplizierten Version einer französischen Küche passt es auch ganz hervorragend hierher.

Zwischen Bahnhof und Ostend, also mitten in der Frankfurter Innenstadt finden sich zwei weitere empfehlenswerte Restaurants. Unter dem doch recht bescheidenen Beinamen „Bistro und Bar“ bringt das Bidlabu durchaus anspruchsvolle Kulinarik auf den Teller. Im Winter stehen beispielsweise Reh und Rotkraut oder Wilder Brokkoli mit Eigelb und Trüffeln auf der Karte, im Sommer Tagesfisch mit Zucchini und Safran – reduzierte Zutaten, auf den Punkt zusammengestellt, dazu eine mehr als gut sortierte Weinkarte, mehr benötigt es in diesem Fall nicht, um sich als Frankfurter Lieblingsgasthaus einen festen Platz im Herzen vieler Stadtbewohner zu sichern.

Aureus Goldkammer

Lieber ein kleines bisschen mehr Spektakel? Dann buchen Sie einen Tisch im Aureus: Das Restaurant mit Café & Tagesbar verköstigt seine Gäste in den prächtigen Räumen der pittoresken Degussa-Villa, die mit illusionistischen Wandmalereien, blauen Polstermöbeln, Eichenparkett, Silberbesteck und handgeblasenen Gläsern ausgestattet wurde. Und auch das Personal trägt stilecht: Getrüffelte Taube oder Heilbutt aus dem Gänsefett werden hier von Servicekräften mit Goldfaden-Kleidung auf den Tisch gebracht. Wer danach noch Zeit hat, kann der Goldkammer mit zugehörigem Shop einen Besuch abstatten, die sich am selben Standort befinden.

Aber jetzt zurück zu den Kräutern und der Grünen Soße: Borretsch, Schnittlauch, Petersilie, Pimpinelle, Kresse, Kerbel und Sauerampfer – können Sie alle aufzählen? Wenn nicht, wird Ihnen hier geholfen: Der Apfelwein Solzer ist eine urige Institution und Beleg, dass man nicht unbedingt nach Sachsenhausen muss, um eine hervorragende Grie Soß zu bekommen. Gemütlich ist es hier zwischen Schrebergarten- und Wirtsstubenatmosphäre obendrein.

Sieben Kräuter, die Grundlage der Frankfurter “Grie Soß”

Im selben Stadtteil befindet sich auch der Bornheimer Ratskeller, der mit weiß getünchten Backsteinwänden, tief hängenden Designerlampen und frischen Blumen auf dem Tisch eine zeitgemäße Variante des Frankfurter Traditionslokals bieten möchte. Für sein Konzept wurde Mario Furlanello mit dem Frankfurter Gründerpreis ausgezeichnet. Die Karte bietet typische Frankfurter Küche plus ausgewählte italienische Hausmannskost, jeweils mit kreativen Details verfeinert.

Stefan Jakob

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