Heimtextil Blog der Messe Frankfurt

Auf der kommenden Heimtextil zeigt die älteste schwedische Bettenmanufaktur Hästens, wie sich traditionelles Handwerk, Innovationsfreude und die Verarbeitung ausschließlich natürlicher Materialien wie Holz, Leinen und Rosshaar zu nachhaltig gutem Schlaf verbinden lassen.

Die Krönung: In den Jahren 1952 und 1995 ernannte das schwedische Königshaus Hästens zum königlichen Hoflieferanten.

Auch wer schon immer mal wissen wollte, wie Könige schlafen, sollte dem traditionsreichen und innovativen Familienunternehmen auf der Heimtextil einen Besuch abstatten: Bereits zweimal wurde Hästens vom schwedischen Königshaus zum Hoflieferanten ernannt. Eine hoheitliche Ehre, von der im Gründungsjahr 1852 wohl noch keiner geträumt hat. Im gleichen Jahr, als der Franzose Henri Giffard das erste Luftschiff schweben ließ, gründete Pehr Adolf Janson das Unternehmen Hästens als Sattlereibetrieb („Häst“ heißt auf Schwedisch „Pferd“).

Am Hauptsitz in Köping wurden zunächst Sattel für Pferdekutschen gefertigt. Die aber büßten mit dem Siegeszug des Autos zunehmend an Pferdestärken ein. Um nicht gemeinsam mit den Kutschen auf dem Mobilitätsfriedhof der Geschichte zu landen, verlegte man sich bei Hästens vom Sitzen aufs Liegen: Ab 1900 fertigte das einstige „Sattel-Start-up“ ausschließlich Betten. Deren Nachfrage war in den letzten Jahren ohnehin gestiegen, denn das bei Satteln als Füllmaterial beliebte Rosshaar eignete sich auch für Matratzen.

Hellwacher Familienbetrieb
Wie zuvor die Sattel, wurden die Betten komplett von Hand gefertigt – und das werden sie bis heute. Es ist ein Markenzeichen von Hästens, das sich auch in der Zusammensetzung der Belegschaft niederschlägt: „Von den weltweit rund 220 Mitarbeitern sind mehr als die Hälfte handwerklich tätig“, sagt CEO Jan Ryde. Er führt die ehemalige Meistersattlerei seit den 1980er-Jahren bereits in fünfter Generation.

Doch nicht nur die Inhaberfamilie macht aus Hästens einen Familienbetrieb: Laut Ryde gehören viele der Unternehmenshandwerker ebenfalls Familien an, die seit Generationen im Betrieb tätig sind. „Ob Kissen, Matratze oder Bettgestell – bei uns wird das Wissen um die Bettenfertigung von Hand weitergegeben und stetig verfeinert“, berichtet Ryde. Und handwerklich guter Schlaf kommt offenbar an: 2018 eröffnete Hästens weltweit 38 neue Filialen; 2020 soll der Umsatz dreistellig sein (2018: 72 Millionen Euro).

1917 richtet Hästens eine eigene Rosshaarspinnerei ein, in der das Rosshaar für die Matratzen gewaschen und zu Seilen gedreht wird.

Innovationen für traditionelles Träumen
Auf der kommenden Heimtextil vom 7. bis 10. Januar präsentiert das Unternehmen im Foyer der Halle 11.0 die neueste Version seines Modells 2000T – ein kompaktes mitteleuropäisches Bett, das zusammen mit seinen drei Federsystemen und einer Matratze aus insgesamt 37 Schichten Naturmaterialien besteht, darunter Leinen, Baumwolle, Wolle und Rosshaar. Diese werden mit einer 30 Zentimeter langen Nadel Stich für Stich vernäht; pro Seitennaht nehmen sich die Bettenbaumeister von Hästens dafür ganze vier Tage Zeit. Dass in dieser Ruhe auch eine innovative Kraft liegt, hat Schwedens älteste Bettenmanufaktur mehrfach bewiesen: So hat das Unternehmen nicht nur die Taschenfederkernmatratze entwickelt, sondern als erster Hersteller auch eine Auflegematratze auf einem mitteleuropäischen Bett verwendet.

Gibt es eigentlich länderspezifische Schlafvorlieben? „Tatsächlich zeigen unsere Zahlen, dass etwa in den deutschsprachigen Märkten gerne weicher geschlafen wird“, weiß Hästens-CEO Ryde. Auf welchem Bett der schwedische König schläft, verrät er indes nicht: „Unsere Betten werden weltweit auch von prominenten Persönlichkeiten geschätzt, aber über die Schlafvorlieben unserer Kunden bewahren wir selbstverständlich Stillschweigen.“ Er selbst schlafe übrigens sieben bis acht Stunden pro Nacht – natürlich je nachdem, ob er geschäftlich unterwegs sei oder nicht.

Ronny Eckert

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