Innendesign zum Schutz von Patienten

5-Sterne-Wohfühlfaktor – VIP Krankenzimmer

5-Sterne-Wohfühlfaktor – VIP Krankenzimmer

Bei der Einrichtung von Krankenhäusern muss viel bedacht werden

Jain Malkin ist seit über 35 Jahren auf dem Gebiet der Innengestaltung von medizinischen Einrichtungen tätig. Sie ist Gründungsmitglied der American Association of Healthcare Interior Designers (AAHID) und hat zwölf Jahre an der Graduate School of Design in Harvard unterrichtet. Doch die Recherchen zu ihrem neuen Buch ‚A Visual Reference to Evidence-based Design’ hat selbst sie noch viele Dinge gelehrt.

Jain Malkin

Jain Malkin

Drei neue Krankenhäuser, die Malkin nacheinander besichtigte, gaben den Anstoß zu diesem Buch, denn sie sah, dass in allen drei Häusern Design an den Türen zu den Stationen endete: „Hinter der Lobby war es jedes Mal so, als wäre ich in einem Krankenhaus aus den 70er oder 80er Jahren. Ich sah viele weiße Wände und alles machte einen institutionellen Eindruck”, so Malkin. Die Zimmer waren aus medizinischer Sicht ausreichend eingerichtet, doch es gab weder Farbe an den Wänden noch Möglichkeiten, Blumen oder Grußkarten aufzustellen.

Mittelmäßig nennt Malkin diese Art von Design und fragt, ob die Innenarchitekten nicht wüssten, wie wichtig es sei, Farben, Texturen und den Blick auf die Natur – wenn nötig mit Bildern an den Wänden – in Krankenhäuser zu bringen. Kleine Etats hält Malkin für eine Ausrede: „Man kann auch mit einem durchschnittlichen Etat sehr schön gestalten, aber man braucht dafür mehr Zeit – und man muss sich mehr Gedanken machen.“

Fest steht jedoch, dass die Sicherheit der Patienten an erster Stelle steht. „Das neue Gebot für Designer heißt, dass sie zuerst für den Schutz der Patienten konzipieren müssen und sich erst danach um die anderen Dinge kümmern.“ Denn was nützt das schönste Design, wenn es sich nicht an die sterilen Vorschriften eines Krankenhauses hält? Innenarchitekten müssen sich also fragen: Kann das Personal hier gründlich sauber machen? Sammeln sich in dieser Spalte Krankheitserreger? Sie müssen mehr darüber lernen, wie Viren von einem Raum zum nächsten gelangen und welche Rolle Oberflächen, wie zum Beispiel auf Stühlen, dabei spielen.

Keine Gegensätze für Malkin - Notaufnahme und Gemütlichkeit

Keine Gegensätze für Malkin - Notaufnahme und Gemütlichkeit

Malkin hierzu: „Wir als Innenarchitekten müssen den Krankenhäusern bei diesen Dingen helfen. Sie können das nicht allein schaffen und wir müssen diesbezüglich sachkundig sein.“

Malkin zeigt eine Momentaufnahme, für die sie hunderte von Interviews mit Architekten und Verantwortlichen auf medizinischer Seite führte und ausgedehnte Recherchen durchführte. Herausgekommen ist ein Nachschlagewerk, eine Grundlage für die Arbeit von Innenarchitekten im medizinischen Bereich – und das nicht nur in den Vereinigten Staaten. Dort herrscht übrigens derzeit ein Boom was den Bau von Krankenhäusern anbelangt.

Malkins Forschungsergebnisse könnten also sofort umgesetzt werden.

Bildquellen:
Bild 1, 2 und 3 © Jain Malkin, Inc.

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