Junge Kreative mit Feeling für Senioren-Bedürfnisse

Drapilux stellt Ergebnisse des Ideenwettbewerbs vor

2030 werden mehr als die Hälfte der in Deutschland Lebenden älter als 48 sein. Prognosen zufolge steigt die Zahl der über 80-jährigen bis dahin um fast 50 Prozent auf 6,3 Mio. an. „Alle drei Sekunden erkrankt heute auf der Welt ein Mensch an Demenz, und in Deutschland wird sich die Zahl der Demenz-Erkrankten bis 2050 verdoppeln, sollte keine wirksame Therapie gefunden werden“, so Dan Schmitz, Geschäftsführer der Schmitz-Werke in Emsdetten. „Senioreneinrichtungen müssen jetzt für die Zukunft vorbauen.“

Grund genug für das Unternehmen für seine Marke Drapilux den diesjährigen Ideenwettbewerb DITA, der zum zweiten Mal ausgerichtet wurde, unter dem Motto „Kannst Du dementisch?“ auszuschreiben. Die Aufgabe: Junge Kreative sollten eine demenzsensible Ausstattung mit textilem Bezug für Pflegeheime entwerfen. Studierende der Fachrichtung Innenarchitektur und Architektur von 16 Hochschulen aus ganz Deutschland machten mit und brachten verblüffende Ergebnisse hervor.

Die Jury zeigte sich besonders von dem Beitrag der beiden Studentinnen Mira Kapral und Elina Kreis beeindruckt, die im 7. Semester Innenarchitektur an der Hochschule Mainz studieren. Ihre Idee „Begleiter“ ist ein Wandpaneel und fördert die Selbstständigkeit im Alltag mithilfe eines pfiffigen Orientierungskonzeptes. So lenkt ein interaktives Lichtleitsystem den Patienten nachts durch die Station hin zu einem Gemeinschaftsraum. „Somit ist er nicht alleine, wenn er unruhig oder verunsichert aufwacht“, erklärt Mira Kapral. Das Licht gibt dem Benutzer einen Anreiz, intuitiv der Bewegung zu folgen. „Da Menschen mit Demenz häufig eine veränderte Tiefenwahrnehmung haben, erfahren sie die Struktur zusätzlich durch Ertasten der textilen Oberfläche“, ergänzt Elina Kreis. Der Stoff wurde zu diesem Zweck dreidimensional unter Einwirkung von Hitze und Druck verformt. Zusätzlich sind die Ausprägungen zur Unterstützung der haptischen Erfahrung mit Silikon unterlegt worden.

Ein cleverer Entwurf, der die Jury in jeder Hinsicht überzeugte. Denn zum einen ist „Begleiter“ ein adaptierbarer Wandschmuck und zum anderen werden Demenzpatienten sowohl haptisch als auch optisch stimuliert. „Die ästhetisch-funktionalen Elemente lassen Flure von reinen Verkehrsflächen zu sinnlich inspirierenden Aktivitätszonen avancieren“, heißt es in der Begründung. Und dazu auch noch mit relativ kleinem Budget.

Rita Breer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*