Könnt ihr bitte mal leise sein: Textile Materialien gegen Lärm am Arbeitsplatz

Konferenz-Séparée: Neue Formen der Raumteilung
schaffen Rückzugsorte für Besprechungen

Offene Büros liegen im Trend. Wer die Büros des Internet-Giganten Google in Zürich erstmals betritt, denkt auf den ersten Blick, er hätte sich in der Tür geirrt. Da lümmeln Sachbearbeiter mit Laptop in Hängematten oder Sofaecken, und in die Kantine führt eine Rutsche. Ein Büro wie ein Spielplatz. Ganz weit weg scheinen da die langen, dunklen Büroflure und die sachliche Ästhetik vieler Standardbüros.

Wie Google rüsten immer mehr Firmen ihre Räume in einer Weise um, dass sie eher an kreative Wohngemeinschaften erinnern als an Arbeitsplätze. Sofas, Spielzeuge und offene Grundrisse findet man auch bei AOL in Palo Alto, bei Red Bull in Amsterdam oder bei Facebook im Silicon Valley. Die kreative Welle in den Büros ist zugleich eine große Chance für Textilien. Denn kamen Arbeitsplätze bisher oft mit kühlen und harten Materialien daher, sorgen in den neuen Büros auch Stoffe mit Farben und Texturen für eine positive Atmosphäre. Da stehen Sofas und Sessel, die Teppiche sind farbig und gemustert – oft in den Farben des Corporate Designs.

Allerdings haben offene Räume auch ihre Schattenseiten: Rund 60 Prozent der Beschäftigten in Großraumbüros geben an, sich häufig von den Gesprächen der Kollegen gestört zu fühlen. Inzwischen reagieren auch die Büromöbelhersteller und Raumausstatter mit textilen Möbeln und Objekten darauf. Das beginnt bei den Bodenbelägen und reicht über schallschluckende Deckensegel bis zu Modulen, die entweder wie Gemälde an die Wand gehängt oder als Raumteiler aufgestellt werden. Im Inneren solcher Objekte befinden sich oft zusätzlich Schallschutzplatten. Die Hülle kann der Umgebung entsprechend bedruckt oder farbig gestaltet sein. Ein anderer Weg ist es, die textilen Elemente in die Möbel zu integrieren.

Neben offenen Bereichen werden dann auch „Creative Rooms“ gesetzt, in die sich Einzelne oder Gruppen zurückziehen können. Schon heute sieht man bei Google in Zürich eiförmige Miniräume mitten im Großraum, andere Designer setzen dafür Garten lauben, Seilbahnkabinen oder Telefonzellen ein. Und sogar der Vorhang, die Mutter aller akustischen Verbesserungen, kommt wieder zu Ehren: Bei Skype in Stockholm sind damit Besprechungsräume abgetrennt.

Mehr Infos zu diesem Thema finden Sie im Magazin der Messe Frankfurt Galleria.

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