Blog der Heimtextil

Auf der Heimtextil wird unter dem Titel Interior.Architecture.Hospitality das spezielle Angebot an Textilien für den Einsatz im Objekt zusammengefasst. 2020 dominierten drei Themen die Ausstellung und die Vorträge der Expo: funktionale Eigenschaften wie Scheuerbeständigkeit, Schalldämpfung, Entflammbarkeit und Nässeschutz, das Ende des Massengeschmacks und die Herausforderungen umweltfreundlicher Produktion und nachhaltiger Materialien.

Objekttextilien nach vier funktionalen Kriterien
Die Objekttextilien in der neuen „Interior.Architecture.Hospitality LIBRARY“ überzeugten die Besucher vor allem durch ihre funktionalen Eigenschaften. Die erstmals auf der Heimtextil gezeigte textile Materialbibliothek veranschaulichte das Spektrum moderner Funktionstextilien anhand einer kuratierten Auswahl an Produkten aus dem Angebot der Heimtextil-Aussteller. Dazu gehörte „Sensation“, ein schwer entflammbarer Samt (Edmund Bell) aber auch Solarflex, ein schalldämpfender Twill (A House of Happiness – Royal Vriesco), „Vogue“, eine wasserabweisende Strukturtapete (Omexco) oder „Soft Basic“, ein scheuerbeständiger Velvet (Gebr. Munzert). Insgesamt umfasste die Library 64 Textilien zu vier funktionalen Kriterien (scheuerbeständig, schalldämpfend, schwer entflammbar und wasserabweisend). Online ist die Library das ganze Jahr über abrufbar und bietet ein wertvolles Arbeitstool für den Einsatz von Textilien im Objekt.

Diversität als Thema im Objektgeschäft
Diversität lautete das übergreifende Thema der Vorträge im Umfeld von Interior.Architecture.Hospitality, dem speziell auf Innenarchitekten und Hotelplaner ausgerichteten Produkt- und Fachangebot. Die “Interior.Architecture.Hospitality LECTURES“ wurden in Zusammenarbeit mit AIT Dialog und dem hotelforum angeboten. Die Themen der Lectures behandelten unterschiedlichste gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen: Urbanes Leben, Wohnen auf Zeit aber auch Kultur- und Medienlandschaften. Auch die geführten Messerundgänge fanden großen Anklang bei den Fachbesuchern. Die Branchenpartner AIT-Dialog, AHGZ, arcade, architektur international, bdia und World Architects navigierten die Teilnehmer der „Interior.Architecture.Hospitality TOURS“ zu thematisch ausgewählten Ausstellern. „Die Touren sind eine sehr wertvolle Hilfe, weil viele mit der Fülle des Angebots auf der Heimtextil zunächst überfordert sind. Darüber hinaus geben die Touren den Teilnehmern einen persönlichen Charakter, eine individuelle Sicht“, erklärt Jutta Werner vom Hamburger Büro nomad, die für World Architects durch die Hallen führte. „Deutlich sichtbar wurde, dass Vernetzung, Transparenz, Innovation und Umnutzung von Materialien ein Thema war, das viele Firmen und Kreative bewegt.“

Trend zur nachhaltigen Wertschöpfungskette
Die „Interior.Architecture.Hospitality EXPO“ zeigte in Halle 4.2 eine Auswahl an textilen Produkten und Einrichtungslösungen für das Objektgeschäft – mit einer Vielzahl an Innovationen in puncto Nachhaltigkeit. Beispielsweise präsentierte sich Féline, ein niederländisches Start-up mit nachhaltigen und hoch flexiblen Akustiklösungen aus Wollfilz. Der Newcomer am Markt gewann mit seinem Produkt „minimal art collection“ prompt das begehrte „Heimtextil Trendscouting by AIT“: „Vielen Kunden ist nicht bewusst, wie umweltbelastend die klassische Herstellung von Filz ist“, erklärt Renske Vogel, Gründerin/Managing Partner von Féline. „Wir haben im Vorfeld viele Recherchen angestellt und uns für die Entwicklung Zeit genommen. Jetzt können wir mit der Féline Kollektion Fresco eine wirklich nachhaltige und sehr moderne Alternative anbieten.“ Bei der Auszeichnung „Heimtextil Trendscouting by AIT“ nominieren zunächst rund 50 Innenarchitekten, Architekten, Planer oder Hotelexperten ihre Trendprodukte aus dem Angebot der Heimtextil. Aus allen Nominierungen kürte eine hochkarätige Fachjury am zweiten Messetag schließlich den Heimtextil Trendscouting by AIT Winner und drei Special Mentions (die Flachstapeten von Norafin Industries / Extra Organic, das OceanSafe Prinzip und die Square LED der Marburger Tapetenfabrik).

Edda Simon

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