Ökologisch, gesund, sozial

Garne färben mit Hilfe hoher umwelttechnischer Kriterien

Garne färben mit Hilfe hoher umwelttechnischer Kriterien

Der Global Organic Textile Standard: Nachhaltigkeit in der gesamten textilen Produktionskette
Im Jahr 2002 trafen sich Vertreter der Organic Trade Association (OTA), der Japan Organic Cotton Association (JOCA), der Soil Association und des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN), um als International Working Group mit der Entwicklung des Global Organic Textile Standards (GOTS) zu beginnen. Heutzutage ist der GOTS das umfassendste internationale Öko-Gütesiegel für Textilien, das sich, obwohl auf dem Logo ein Kleidungsstück zu sehen ist, gleichermaßen auf Heimtextilien bezieht.
Das Label trägt dem Wunsch vieler Verbraucher Rechnung, Textilien zu kaufen, die in ökologischer, gesundheitlicher und sozialer Hinsicht nachhaltig sind. Und in der Tat fasst kein anderes Label diese Aspekte in einem solchen Umfang zusammen.Dazu erklärt Claudia Kersten, GOTS-Repräsentantin für Deutschland, Österreich und die Schweiz: „Das Besondere beim GOTS ist, dass alle Prozessstufen vom Anbau bis zum Verbraucher einbezogen sind.“ Das bedeutet, dass die verwendeten Rohstoffe von genetisch unveränderten Pflanzen und Tieren stammen. Sämtliche Herstellungsschritte – also reinigen, spinnen, weben, färben, ausrüsten und nähen – sind geregelt. Konventionelle Produktionen laufen getrennt von der GOTS-Produktion ab, um Kontaminationen zu vermeiden.

Sitzung des GOTS Certifier Councils

Sitzung des GOTS Certifier Councils

Ferner stellen Inspektoren offiziell akkreditierter Zertifizierungsstellen den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und dessen Aufbereitung sicher. Chemiker überprüfen Textilproben auf unzulässige Pestizide und Chemikalien in allen Phasen der Produktion. Darüber hinaus unterlaufen die Textilien ständigen Qualitätskontrollen, in denen sie unter anderem auf Lichtechtheit und Abriebfestigkeit getestet werden. Darüber hinaus ist auch die Überprüfung der Arbeitsbedingungen in gesundheitlicher wie sozialer Hinsicht Teil des GOTS.
Was die Zusammensetzung der Endprodukte anbelangt, so setzt das GOTS-Label einen Anteil von mindestens 70 Prozent und das GOTS-Label „organic“ einen Anteil von mindestens 95 Prozent an zertifizierten Biofasern voraus.

Betriebe, die sich nach dem GOTS zertifizieren lassen möchte, müssen ihre Herstellungsprozesse anpassen. Für diesen Weg hatten sich im Jahr 2006, als die Zertifizierung begann, bereits 27 Unternehmen entschieden. Im Jahr 2010 waren es bereits circa. 1.500 Unternehmen mit 2.754 Betriebsstätten. Sie alle sind in einer Internet-Datenbank verzeichnet, die sowohl Produzenten, Einkäufern als auch dem Endverbraucher zur Verfügung steht. Und sie alle stehen auch für eine Entwicklung, die Kersten so zusammenfasst: „Ich glaube, dass Label in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden, weil sie die nachhaltigen Entwicklungen von Unternehmen beweisen.“

Bildquellen:
Bild 1,2 und 3 © GOTS-IWG

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