Blog der Heimtextil

In unserer post-industriellen Gesellschaft gewinnen elementare Materialien wieder mehr Bedeutung. In Zeiten von Digitaltechnik und Innovationsexplosionen setzen sie einen Anker in der realen Welt und das bezieht sich nicht nur auf die Design Trends. Patricia Beausoleil von Peclers Paris referierte im „Style Forum“ der Heimtextil 2020 aus dem Peclers Environments & Design Trend Book.

„Die Grenzen sind fließend zwischen Virtualität und Materialität, zwischen Futurismus und Archaismus“, so die Trendforscherin. Architektur und Innenarchitektur illustrierten diese neue Ästhetik, in der sich Cyber Design und pragmatischer Minimalismus treffen. Fluide und  ergonomische 3D Formen werden mit rauen Materialien, Mineralien, Rostoffen und Beton kombiniert. Beausoleil nennt das „Dark Symbiosis“. Zu dieser Bewegung zählten auch Textilien oder textile Materialien: Inspiriert vom 3D-Druck, schaffen sie neuartige und faszinierende Oberflächenstrukturen und Texturen, die sich zu bewegen scheinen und sich permanent aus sich heraus weiter entwickeln. Die Flächen erinnern an raues Metall, oxidierte Oberflachen, mattiert oder pulverbeschichtet. Im Gegensatz dazu tauchen Textilien auf, die an Flüssigkeiten mit ominösem Schimmer erinnern. Wir begegnen der dunklen und unbekannten Seite eines Materials. Knittrig glänzend, rissig und holographisch leuchtend präsentieren sich diese mysteriösen Oberflächen scheinbar von der Farbe befreit.

Kerstin Böhning

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