Raffinierte Architektur aus Textilien

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„Textile Architektur“ zeigt das Staatliche Textil- und Industriemuseum in Augsburg

Bauen mit Textilien war früher Teil der menschlichen Kultur und wird seitdem immer neu erfunden. Das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) zeigt dazu bis Oktober die Sonderausstellung „Textile Architektur“. Fünf Themenbereiche gliedern die textile Architektur der Vergangenheit und Gegenwart: „Dach“, „Vorhang“, „Schirm“, „Zelt“ und „Luftblase“. Früher schon haben die Nomaden archaische Zelte aus Stoffen gebaut oder orientalische Herrscher sich mit Baldachinen geschmückt. Dabei dienten die Textilien entweder der Repräsentation und Zierde oder dem Schutz und der Zweckmäßigkeit. Nicht sehr viel anders ist es heutzutage. Die Verbindung zwischen damaligen und heutigen Lösungen veranschaulicht die Ausstellung „Textile Architektur“ in Bildern, architektonischen Modellen und haptischen Installationen.

Vorhänge sind nicht nur fester Bestandteil moderner Wohnkultur und dienen als Sonnen- und Sichtschutz. Sie ermöglichen auch räumliche Intimität und werden in modernen Architekturprojekten vielfach als Raumteiler eingesetzt. Auch ganze Zelte oder begehbare Räume entstehen aus Textilien. Stoff wird mit all seinen haptischen und transparenten Eigenschaften genutzt, wie das Textilmuseum eindrucksvoll zeigt. Ein Highlight der Ausstellung ist die begehbare Luftblase: Ihre Hülle aus flexiblem Material erhält Stabilität durch die pneumatische Konstruktion, durch einen Überdruck der Luft im Raum. Diese Technik wird bereits in moderner Architektur eingesetzt.

Ausstellung zeigt Material-Vielfalt
Dach und Sonnenschutz inszeniert die Ausstellung ebenfalls in einem eigenen Bereich. Von der Markise als kleinformatigstes textiles Dach bis hin zum Baldachin oder Sonnensegel sind die Einsatzmöglichkeiten groß. Dabei kommt es nicht nur beim Dach auf das speziell eingesetzte textile Material an. Der Bereich „Materialwelten“ zeigt dazu eine große Palette an Textilien, die inzwischen verwendet werden, von Naturfasern über Recyclingfasern bis hin zu neuen Beschichtungen. Eine Reihe von intelligenten „Smart Textiles“ rundet die Ausstellung ab: Hightech-Textilien, wie zum Beispiel eingebaute Kontaktmodule in einem Teppichboden.

Diese Projekte und mehr textile Architektur gibt es noch bis zum 6. Oktober 2013 im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg zu entdecken.

Sabrina Linseisen (RZ), Foto: P. Tahon, R. und E. Bouroullec

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