Status quo Bio-Baumwolle: Versorgungskrise am Markt?

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Organic Cotton Report: 2013 wurden rund 110.000 Tonnen Biobaumwolle produziert.

Der Trend im Einzelhandel, vermehrt Biobaumwolle zu beziehen, müsste eigentlich für Zuversicht sorgen. Einen ständigen Kampf um Platz eins der Biobaumwollabnehmer liefern sich die Mode-Riesen H&M und C&A: 2012 stand C&A noch an der Spitze, doch seit 2013 ist H&M der größte Biobaumwollabnehmer am Markt. Dass den Biobaumwollbauern damit jedoch noch nicht geholfen ist, zeigen die Ergebnisse des aktuellen Organic Cotton Reports von Textile Exchange: Produziert wurden im Jahr 2013 rund 110.000 Tonnen Biobaumwolle, drei viertel davon in Indien. Die Produktion ist somit nach einstigem Aufschwung das dritte Jahr in Folge gesunken.

Ein Grund für diesen Rückgang sind laut Textile Exchange die niedrigen Preise für Biobaumwolle, weshalb Bauern ihre Anbauflächen nicht finanzieren können. Außerdem besteht seit der Einführung von gentechnisch verändertem Saatgut die Gefahr, dass das Saatgut der Biobaumwollbauern davon verunreinigt wird. Dass Einzelhändler Verantwortung zeigen wollen, indem sie Biobaumwolle beziehen, reicht nicht aus. Vielmehr müssten neue Handelsmodelle eingeführt und Lösungen für die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut gefunden werden.

Im aktuellen Organic Cotton Report – veröffentlicht am 31. Juli 2014 – hat Textile Exchange erstmals den Organic Cotton Farm & Fiber Report und den Organic Cotton Market Report vereint. Mit Blick auf die gesamte Produktionskette liefert die 47-seitige Studie eine Erklärung für die drohende Versorgungskrise auf dem Biobaumwollmarkt.

Jana Kern

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