Blog der Heimtextil

Der in Lagos lebende nigerianische Stylist und Fotograf Stephen Tayo zeigt, dass Stil eine Lebensweise ist. „Wenn man den gleichen Stoff wie jemand trägt, sieht man, wie nah man sich wirklich ist“, erklärt er.

Sal Gbajabiamila bei sich Zuhause, fotografiert von Stephen Tayo und Jan Hoek.

Tayos Arbeiten dokumentieren derzeit die Drag-Subkultur in Nigeria und sind in der Vogue, Dazed und der New York Times zu sehen.

Zuletzt fotografierte er neben dem Künstler, Fotografen und Schriftsteller Jan Hoek Streetstyles in Lagos. Für die Heimtextil kollaborierten die zwei Künstler, um den Multi Local Trend darzustellen.

„In erster Linie bestand die Idee der Zusammenarbeit darin, dass ich und mein guter Freund Jan Hoek einen Weg finden wollten, um Ideen auszutauschen, die für unsere beiden Kulturen von Nutzen sein können. Es ist eine sehr schwierige Zusammenarbeit, wenn ein afrikanischer Künstler und ein westlicher Künstler kollaborieren. Schwierig bedeutet meiner Meinung nach nicht notwendigerweise kompliziert, sondern in einem vagen Sinne heikel. Ich kenne niemanden, der wirklich versucht hat herauszufinden, was Zusammenarbeit bringen kann. Insbesondere wenn dabei zwei verschiedenen Welten aufeinandertreffen.”

Die „andere Welt“, in der Tayo lebt und arbeitet, zelebriert Interieurs. „Das ist wirklich ein großer Teil unserer Kultur, um ehrlich zu sein. Die Menschen haben unterschiedliche Geschmäcker und entscheiden sich für das, was sie wollen.

Zum Beispiel hat Frau Sal Gbajabiamila – eine der schönen Persönlichkeiten, die für das Projekt fotografiert wurde – einen erstaunlichen Geschmack. Das schrullige Interieur in ihrem Haus könnte als ungewöhnlich bezeichnet werden – aber das ist ihr Stil und ihr Geschmack. Meiner Erfahrung nach sind Menschen allgemein sehr offen für verschiedene Arten von Innenräumen. Es ist wirklich ein großer Teil unseres Lifestyles. Genauso wie wir Mode sehen und sie ernst nehmen.“

Olawole Israel Falope, genannt Raymond, im Salon Unique Touch, fotografiert von Stephen Tayo und Jan Hoek.

Bei jüngeren Generationen beobachtet Tayo, wie sie ihre lokalen Kulturen über verschiedene Medien ausdrücken.

„Der Wert der Kultur steigt für jüngere Generationen enorm. Auf Kultur wird nicht mehr herabgeschaut, sie wird nicht als selbstverständlich hingenommen. Zum Beispiel hören die Leute mehr Musik von lokalen Künstlern und Modedesigner arbeiten sozial verträglicher.“

Bei dem Multi Local Trend werden lokale Stile mit globalen Einflüssen kombiniert.

„Die Welt in der wir gerade leben, ist sehr experimentell und offen für neue Einflüsse, insbesondere im Internet. Die Menschen haben manchmal das Gefühl, die ganze Welt sei zum Greifen nahe“, sagt er.

„Aber ich denke, dass es nicht darum geht, die Welt über das Internet zu betrachten, sondern sie physisch zu erleben. Einflüsse kommen aus anderen Regionen, aber ich bezweifle, dass sie lokale Einflüsse ersetzen können. Lokale Einflüsse sind eine Lebensweise, die kulturell gebunden ist. Egal wie die Leute in die Ferne schauen, letzten Endes verschmelzen sie es mit dem, was sie bereits haben.“

Laura Schönhardt

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