Studie: Bio-Baumwolle wird knapper

Foto: Göttin des Glücks

Die weltweite Bio-Baumwoll-Produktion ist im Jahr 2010/11 um 35% gesunken. Das geht aus dem sechsten „Farm & Fiber Report“ von Textile Exchange hervor. Wurden im vergangenen Jahr noch 241.697 Tonnen Bio-Baumwolle hergestellt, so waren es in diesem Jahr nur noch 151.079 Tonnen. Einen solch massiven Rückgang hat es, seitdem Textile Exchange die Marktdaten erhebt, nicht gegeben. Vielmehr war die Produktion in den vergangenen Jahren stets im zweistelligen Bereich gestiegen.

Drastische Rückgänge in Indien
„Der größte Produktionsrückgang ist in Indien zu beobachten, wo nahezu 70% der Biobaumwolle wächst“, sagt La Rhea Pepper, Managing Director von Textile Exchange. „Der Einbruch um 47% Prozent wird ernstzunehmende Auswirkungen auf die verfügbaren Mengen von Bio-Baumwolle für Marken und Einzelhändler mit Kollektionen aus Bio-Baumwolle haben, wenn sie keine festen Partnerschaften haben“, so Pepper weiter. Die Entwicklung in Indien sowie eine Dürre in den USA werden in dem Bericht als wichtigste Gründe für den weltweiten Produktionsrückgang genannt. Hinzu kommt, dass sich neben Bio-Baumwolle andere Konzepte für sogenannte „nachhaltige“ Baumwolle etablieren. Dabei werden die strengen Richtlinien des Bio-Baumwollanbaus nur teilweise berücksichtigt. Stattdessen werden Systeme entwickelt, mit denen konventionelle Baumwolle umweltfreundlicher angebaut werden kann.

Prognose: 5% weniger Bio-Baumwolle im kommenden Jahr
Sind die Produktionsmengen von Bio-Baumwolle insgesamt auch rückläufig, so macht La Rhea Pepper zugleich klar, dass alle Hersteller mit großen Bio-Baumwoll-Programmen ihre Kapazitäten weiter gesteigert hätten und ihr Engagement stärkten. Die Aussichten für das kommende Jahr sind dennoch verhalten. Die US-Organisation rechnet damit, dass die Produktion im Vergleich zu diesem Jahr um weitere 5% sinken wird.

Der Farm & Fiber Report 2011 kann auf www.textileexchange.org bestellt werden.

2 Kommentare
  1. faireni sagt:

    Ich bin der Meinung dass eine konvetionell angebaute „umweltfreundlichere“ Baumwolle nicht die Bio-Baumwolle ersetzen kann. Wenn ein Unternehmen hier Kleidung aus BB herstellt und das auch noch aus ethischen Gründen macht, wird auch weiterhin nicht auf das konvetionelle Zeug zurückgreifen….hoffe ich. Das nächste Problem, dass ich sehe ist, wie der Verbraucher mit dem ganzen Siegel-Dschungel klar kommen soll…Er denkt er kauft Bio und muss irgendwann feststellen, dass er das doch nicht tut, er bekommt lediglich eine „freundlichere Version des konvetionellen Produkts. Ich hätte mir gewünscht, dass man im Bericht die Gründe eines so starken Rückgangs genauer erläutert.

  2. Marco sagt:

    Die Alternative als Konsument ist doch ganz klar sich für Hersteller zu entscheiden, die nicht nur auf Alibiproduktionen setzen, sondern komplett alles aus Bio Baumwolle herstelllen und die auch transparent über die Zetifikate informieren. Das ist am Ende gar nicht so kompliziert. Ich habe das mal unter http://www.coaster-roller.de/bio-baumwolle zusammen gefasst.

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