Textiles Design aus recycelten Geflechten

Wiener Geflecht neu interpretiert

Wiener Geflecht neu interpretiert

Eine völlig andere Art des Recyclings: Die deutschen Textildesignerinnen Lisa Spengler und Moa Hallgren verwenden gebrauchte Stoffe in unterschiedlichen Farbschattierungen und verarbeiten sie zu textilen Flächen für Wohnaccessoires wie Sitzmöbel, Raumteiler, Teppiche und Vorhänge. Dabei werden die alten Stoffe zu neuen Garnen verarbeitet und anschließend gewebt, geknüpft, geknotet und dabei in einen neuen Kontext gesetzt.

Eine Spezialität der beiden ist das Wiener Geflecht. Diese einzigartige Flechtart, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem in der Möbelherstellung für Sitzflächen und Lehnen angewendet wird, haben Spengler und Hallgren wieder aufgegriffen. Während in der herkömmlichen Verarbeitungsweise meist Bast zum Einsatz kommt, verwenden die beiden Designerinnen auch hier gebrauchte Stoffe unterschiedlicher Couleur. Ob Bettwäsche oder alte Kleidung, die Herkunft der Stoffe ist immer wieder eine andere.

Wiener Geflecht als textiler Raumteiler

Wiener Geflecht als textiler Raumteiler

Ihr erstes textiles Kunstwerk entstand im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Kunsthochschule in Weißensee. Doch dabei wollten es die beiden Textildesignerinnen nicht belassen und gründeten kurz darauf ihr eigenes Label mit dem Namen „Lum!“

Für die Idee, die althergebrachte Methode des Wiener Geflechts wiederaufzugreifen, zu recyceln und dafür ausgediente Kleidungsstücke wiederzuverwenden, wurden Lisa Spengler und Moa Hallgren von der Jury des internationalen Studentenwettbewerbs „Textile Strukturen für neues Bauen“ geehrt. Dieser Wettbewerb wurde anlässlich der Techtextil 2011 bereits zum 11. Mal von der Messe Frankfurt und dem Verband TensiNet veranstaltet.

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