Textiles Drehkreuz Äthiopien

Äthiopien gewinnt in der Textilindustrie an Boden. Copyright: Bahir Dar Textile Share Company

Äthiopien gewinnt in der Textilindustrie an Boden. Copyright: Bahir Dar Textile Share Company

Äthiopien, der größte Binnenstaat der Welt, verfügt über drei Klimazonen und über 90 Millionen Einwohner. Erst in den letzten zehn Jahren entwickelte sich eine exportorientierte Textil- und Bekleidungsindustrie, begünstigt durch die steigenden Löhne in China und Südostasien. Dabei liegen die Vorteile des Textilstandortes Äthiopien auf der Hand: Wettbewerbsfähige Löhne, die relative Nähe zu Abnehmermärkten in Asien und Europa und geringe Energiekosten begünstigen das Wachstum der Industrie.

Skander Negasi, als CEO von Trade and Fairs Consulting GmbH verantwortlich für Messebeteiligungen aus Ost- und Zentralafrika, sieht Äthiopien als einen der interessantesten Textilproduzenten in ganz Afrika: „Äthiopien hat sich zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte nach Kenia entwickelt. Wir gehen davon aus, dass Äthiopien Kenia in 4-5 Jahren bei der Textilproduktion überholen wird. Im Gegensatz zu Asien gelten hier strikte Arbeitnehmer-Rechte. Die Arbeitszeit von 8-10 Stunden werden strikt eingehalten, die Löhne liegen bei 50-80 US-Dollar.“ Dem gegenüber beträgt der Monatslohn in China zwischen 150 und 300 US-Dollar.

Mulugeta G/her von Almeda Textile, einem der Neuausteller der Heimtextil 2016, ergänzt: „Äthiopien wird sich zu einem Drehkreuz für die textile Beschaffung entwickeln, da wir sowohl die nötigen Rohmaterialien als auch die Arbeitskräfte besitzen. Zudem unterstützt die Regierung aktiv die Ansiedlung internationaler Firmen und trägt so zum Wachstum der Textilindustrie bei.“ Mit den im Vergleich geringen Löhnen will Äthiopien auch langfristig wettbewerbsfähig bleiben.

Zeigt sich diese Entwicklung auch auf der Heimtextil? Im kommenden Beitrag erfahrt ihr mehr zu Äthiopien und Heimtextilien.

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