Up-cycling: Sitzmöbel aus Malerkitteln & Co.

Foto: ReCLOTHINGS / Achim Hatzius

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Jede Woche werden in Deutschland containerweise Kleidungsstücke vernichtet, Berufsbekleidung hat hier einen immensen Anteil. Malerkittel, Arbeitsanzüge und Latzhosen werden nach etwa 30 Wäschen entsorgt. Meist landen die Teile in der Müllverbrennung oder sie werden zerschreddert und beispielsweise als Putzlappen wiederverwendet. Dass es auch anders geht, zeigt Daniel Kroh. Unter der Marke ReClothings kreiert der gelernte Schneider und Berliner Modedesigner Mode und Möbel aus Arbeitskleidung. Dabei ist jedes Teil ist ein Unikat.

Foto: ReCLOTHINGS / Dario Srbic

Ob Sofa, Hocker, Sitzbank oder Chaiselongue – Daniel Kroh fertigt unter anderem aus Ärmeln, Hosenbeinen, Brust- und Rückenteilen und Taschen individuelle Möbelstücke. Abgewetzte Stellen oder Malerkleckse werden bewusst als Gestaltungselemente integriert und verleihen jedem Teil eine individuelle Note. „Der Glaser setzt die Fensterscheiben auf den Oberschenkeln ab und erzeugt somit feine Schlisse. Der Maler schafft ein Kunstwerk auf seiner Latzhose. Auf der Kleidung des Schweißers sprühen die Funken. Diese Augenblicke, diese Spuren möchte ich mit meinen Designstücken erhalten“, sagt Kroh. Seine „Hard Working Furniture“ zeichnen sich zudem durch ihre eigenwillige Formgebung und durch robuste, feste Textilien und andere Materialien aus. Neben dem Designansatz spielt auch der Aspekt der Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle. Denn statt Down-Cycling betreibt Kroh Up-Cycling und gibt „Abfall“ einen neuen Wert.

Was klein anfing ist heute durchaus erfolgreich

ReClothings kooperiert mit Karl Emillio Pircher und Fidel Peugeot vom Designstudio Walking-Chair in Wien. Gemeinsam haben sie 2007 den ersten Prototypen gebaut und in ihrer Galerie präsentiert. Im Anschluss haben sie dann in Zusammenarbeit mit der Wiener Manufaktur Kohlmaier ihre erste Serie gefertigt. Neben Möbeln stellt ReClothings nach dem gleichen Prinzip auch Damen- und Herrenmode her.

Fotos: ReCLOTHINGS / Achim Hatzius

In der Interior Design-Szene zählt ReClothings noch als Geheimtipp, das könnte sich mit der aktuellen Ausstellung „At your Service – Kunst und Arbeitswelt“ im technischen Museum in Wien aber schnell ändern. Vom 23. März 2012 bis 3. März 2013 präsentieren internationale Künstler ihre Exponate. Diese wiederum werden auf 53 Möbelstücken von ReClothing auf besondere Weise in Szene gesetzt.

 

3 Kommentare
  1. Kathi sagt:

    Es ist einfach unfassbar was mit UpCycling so möglich ist. Mich faszinieren Taschen aus LKW-Planen zum Beispiel sehr. Möbel aus Malerkittel, da muss man erstmal drauf kommen. :-p
    Ich bin gespannt was uns beim UpCycling noch so erwartet.

    Lg
    Kathi

  2. Sina sagt:

    Das ist ja echt schräg, gefällt mir sehr gut genau solche Ideen sind der Hammer. Ich kann mich noch gut an die Taschen erinnern die aus Aktenordner hergestellt wurden das war auch sehr nice.

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