Wie möchten wir schlafen?

2014_Heimtextil

Neue Produkte rund um das Thema „gesunden Schlaf“ bietet die Heimtextil in der Halle 8.

Die Hektik im Alltag nimmt zu, das gesellschaftliche Klima wird rauer. Kaum ein Tag vergeht ohne dass man in den Medien wieder etwas über die „Ellenbogengesellschaft“, die Schere zwischen Arm und Reich, über steigende Burn-Out-Zahlen liest. Dass zugleich die Bedeutung des eigenen Zuhause, der Wert, der dem privaten Rückzugsraum beigemessen wird, immer weiter steigt, ist in diesem Zusammenhang nur allzu verständlich. Stichworte wie die Work-Life-Balance gewinnen an Relevanz und damit auch die Frage, wie sich Ausgeglichenheit und Ruhe als Kontrastprogramm zum hektischen Alltag realisieren lassen.

Der Schlaf spielt bei diesen Überlegungen eine zentrale Rolle. Sein größter Gegner heißt Stress. Ihn zu vermeiden und das Schlafzimmer als Wohlfühlraum zu verstehen, in dem die Malaisen des Alltags nichts verloren haben, ist auch ein Mittel, sich seiner selbst bewusst zu werden – und der Dinge, mit denen wir uns umgeben. Als Konsumenten werden wir kritischer, denn wir möchten uns nicht auf diesen Begriff reduzieren lassen, möchten Mensch sein und sein dürfen. Kurzlebiger Konsum ist da wenig hilfreich. Das Langlebige, das Nachhaltige liegt wieder im Trend. Und dabei muss diese Haltung gar nicht, wie es oft heißt, konservativ sein – im Gegenteil. Sie kann sich vielmehr auf Innovatives und Neues richten, um den den sprichwörtlichen frischen Wind ins Haus zu bringen.

Es geht um Sinnlichkeit und Individualität – gefragt ist, was jedem von uns ganz persönlich gefällt, was uns berührt, uns einerseits anregt und inspiriert, uns andererseits Gelegenheit gibt, abzuschalten und abzutauchen. Im Schlafzimmer stehen neben dem Bett die Wohntextilien im Fokus: die Bezüge von Kissen, Decken und Matratze, von Polstermöbeln, Stoffe für Vorhänge. Optik und Haptik bestimmen das Erleben. Von hellen Farben mit extravaganten Mustern und klassischen floralen Arrangements bis zu gedeckten, zurückhaltenden Tönen, die aufeinander abgestimmt werden, war die Vielfalt schon immer riesig. Jahr für Jahr fügen die Designer aus aller Welt diese Polyphonie neue Nuancen hinzu. Dasselbe gilt für die verwendeten Materialien. Neue Wege, Stoffe zu weben, Rohstoffe zu verarbeiten, neue Drucktechniken werden erkundet.

Das Trends-Team um Anne Marie Commandeur vom Stijlinstituut Amsterdam hat für die anstehende Heimtexil 2015 ein Programm entworfen, das all die genannten Aspekte rund um textile Themen aufgreift, miteinander verknüpft und in neue Perspektiven setzt. Woran junge Designer heute arbeiten kann der Trend von morgen werden. Somit geht es um Einblicke ebenso wie um Ausblicke, vor allem aber um Anregungen. Jeder kann sich selbst die Frage stellen: Wie möchte ich schlafen, wie kann ich relaxen?

Gerrit Wustmann
www.schlafkampagne.de

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