Wow-Effekte zum Low-Budget-Preis

1

Sämtliche Zimmer des Hamburger Prizeotels tragen die exaltierte Handschrift von Designer Karim Rashid, Stargast der Heimtextil 2015.

Wer viel reist, ist oft genug genervt von gesichtslosen Hotel-Kästen, die statt Inspiration nichts als öde Interieurs zu bieten haben. Eine neue Generation von Budget-Hotels geht einen anderen Weg und bietet coole Innenarchitektur für wenig Geld. So werden mit cleveren Design-Strategien zügig Marktanteile erobert. Den Anfang machten Ketten wie B&B und Motel One, die mit durchgängigen Konzepten und kleinen Preisen punkten.

Motel One, vor 14 Jahren von Hotelier und Unternehmer Dieter Müller gegründet, ist mittlerweile in Deutschland, Österreich, Belgien und UK mit 50 Häusern vertreten. Und die Kette will weiter expandieren. Demnächst stehen Schweiz und Spanien auf der Agenda. Bis 2017 soll das europäische Netz auf 74 Standorte ausgebaut werden. Dabei hat sich der türkisfarbene ‘Egg Chair’ von Arne Jacobsen längst als visuelles Aus­hängeschild für die eingängige CI der Low-Budget-Herbergen etabliert.

Auch Ikea investiert seit Neuestem in Hotel-Immobilien. Unter dem Label ‘Moxy’, betrieben von Marriott, gehen die ersten Häuser an den Start. Den Anfang machte Mailand. München, Frankfurt und Berlin sollen folgen. In ­Planung sind europaweit bis zu 150 Häuser. Zielgruppe: Jüngere und Trendorientierte mit Affinität zu neuen Technologien, die sich erschwingliche Übernachtungskosten wünschen.

2

Die Zimmer des Prizeotels sorgen auf kleiner Fläche für viele Überraschungen.

Die bietet auch das Prizeotel, ein weiteres Niedrigpreis-Hotel im Zwei-Sterne-Segment, das 2009 in Bremen seinen ersten Standort eröffnete. Seit einigen Monaten lockt in Hamburg nun das zweite Haus Gäste an. Design sorgt hier für große Wow-Effekte. Dafür wurde extra der New Yorker Stardesigner Karim Rashid engagiert, der auch 2015 wieder zu Gast auf der Heimtextil ist und die neue Kollektion von Grund präsentiert. Beiden Häusern drückte er seinen unverkennbaren Stempel auf. Für ihn eine tolle Herausforderung, wie er im Gespräch erläutert. „Design muss nicht elitär und teuer sein. Man kann auch mit einem sehr kleinen Budget – und, glauben Sie mir, es war extrem klein – etwas Cooles machen. Davon bin ich absolut überzeugt. Jeder sollte sich ein Design-Hotel leisten können.“

Dazu gehört in den 16 qm großen Prizeotel-Zimmern neben einem 180 cm breiten Komfortbett mit edler Bettwäsche freies WLAN, TV-Flachbildschirm mit HDMI-Anschluss sowie eine ‘MusicLamp’, die Leuchte und Radio zugleich ist. Teppiche und Tapeten (von Marburger) tragen die exaltierte Handschrift des Enfant Terrible der Designszene. Das muss man mögen. Langeweile kommt aber garantiert nicht auf. Und, so Rashid, „als Gast können Sie sich in meinen Hotelzimmern nirgends stoßen, weil sämtliche Ecken, sei es am Bettrahmen oder am Schreibtisch, weich abgerundet sind“.

Hinter dem innovativen Gesamtkonzept stehen der Bremer Marco Nussbaum, Experte für neue Hotelkonzepte und zuvor Geschäftsführer der Astron Hotel Gruppe, sowie der Immobilienökonom Dr. Matthias Zimmermann, geschäftsführender Gesellschafter der Weser-Wohnbau und der Zimmermann Real Estate. Angetreten sind sie mit dem
Ziel, „mittelfristig die unkonventionellste Budget-Design-Hotelkette sowie qualitativer Leader mit einer Präsenz in den Kernmärkten Deutschlands zu sein“. Mitte 2015 soll in Hannover das nächste Prizeotel die Gäste zum Staunen bringen.

Heike Gessulat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*