Klassische Motive modern interpretiert

Die neuen Dessins vom Stoffhersteller Höpke zeigen sich von schottischem Kiltmustern inspiriert.

Die neuen Dessins vom Stoffhersteller Höpke zeigen sich von schottischem Kiltmustern inspiriert.

Auf der Suche nach geeigneten Textilien stehen besonders Hoteleinrichter vor der Herausforderung, aus einer immensen Vielfalt klassischer und moderner Motive etwas zu finden, das zeitlos ist. Sich für Trends zu entscheiden fällt auch Profis nicht immer leicht, denn die Auswahl ist so groß wie nie…

Bei Apelt – Dekostoffe, Tischwäsche, Vorhänge – haben die neuen Trends in Sachen Textilien Themen-Überschriften: Loft, Easy Elegance, Natural Charme und Basic. Themen-Überschriften, die ebenso für den generellen Stil eines Hotels stehen könnten. Loft verkörpert das urbane Leben mit grafischen und modernen Musterungen, wobei die Farbigkeiten und Materialien eher zurückhaltend sind. Bei Easy Elegance geht es um die Kombination neuer Motive und Materialien. Natural Charme bedient den Wunsch nach einem romantischen Einrichtungsstil inklusive leuchtender Farben und Muster. Mit Basic sind zeitlos einsetzbare Textilien gemeint. Wie Donata Apelt-Ihling erläutert, wird in diesem Herbst vor allem bei Kissen und Tischwäsche mehr Mut zu Farbe und Muster gezeigt: „Hier darf, ja, muss es jahreszeitlich sein. Digitaldrucke, die fotorealistische Muster ins Haus holen, sind absolut in. Große Blumensträuße und Blütenmuster sind im Trend, ebenso Inspirationen aus fernen Ländern und zarte, aquarellhafte Blüten.“

Blumen und Ornamente findet man auch bei Christian Fischbacher aus der Schweiz, beispielsweise in der Bettwäsche-Kollektion. Auch hier sind zarte Blüten ein Motiv, als poetisches Aquarell oder als fotografische Interpretation. Wichtig ist den Schweizern, solche Motive modern zu interpretieren. Beim Ornament sind die Konturen des Musters leicht verwischt und die verschiedenen Seiten unterschiedlich bedruckt. Die Blütenmotive spielen mit der Anmutung des Morgenlichts, sind sanft in der Farbigkeit und suggerieren eine feine Unschärfe. So sei zum Beispiel, wie Nadja Castagna von Fischbacher sagt, das Blumendesign der Bettwäsche-Serie Vita von den botanischen Zeichnungen alter Meister inspiriert. Ein Gegenprogramm ist der Trend Paperwork, der in etwa mit dem Loft-Thema von Apelt vergleichbar ist: Gefaltetes Papier in verschiedenen Strukturen, grafische Designs und Elemente aus der Architektur waren hier die Inspirationsquellen. Farbverläufe in Beige und Grau mit Akzenten in Pastell ergeben einen kreativen Mix aus Poesie und lässiger Urbanität.

Wer bei Bettwäsche ganz auf klassische Eleganz setzen will, für den ist Noble Stripes von Fischbacher das Richtige: Durch ein Effektgarn werden weiße, zart strukturierte Längsstreifen auf dicht gewebtem Bauwollsatin gebildet. Dazu passend als Highlight das Kissen Pearls, das die Schweizer ein „dezentes Prachtstück“ nennen. Das Tupfen-Design dieses Kissenbezugs entsteht in der Scherli-Technik. Dabei werden, wie Nadja Castagna erläutert, Effektgarne in die zart glänzende Grundware eingewebt, die als Tupfen sichtbar werden. Anschließend werden die losen Fäden auf der Vorderseite abgeschnitten.

Etwas übersichtlicher ist die Trendlage beim Bad und bei Frottierwaren. Hier geht es, wie Larissa Horvath von der Firma Vossen erläutert, vor allem um den Raum als solches, das Badezimmer als Wohlfühloase, in dem Gäste sich eine Auszeit gönnen. Wichtig sei dabei in erster Linie die Einrichtung des Bads selbst, die in den vergangenen Jahren zunehmend schlicht gehalten wird. Dagegen habe das Design im Bereich der Badtextilien keinen so großen Stellenwert mehr: „Deswegen haben wir uns auch entschieden, den Fokus ganz klar auf Unitücher zu legen. Die Farbtrends: Rot, gelb, blau, orchid – starke Farben, die auch in der Mode verbreitet sind.“ Uni und keine Muster, das dürfte sich mit der Praxis von Hotels treffen.

Katrin Rieppel / Natascha Ziltz

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